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4. Sie liebet

Kaspar Stieler

Soll denn salzgeschmolzne Trähnen Kummer Weh Ach Schmerzen Unmuht Klagen soll Verzweiflung Angst und stähnen ich einmahl von eurem Ende sagen?

Verschwindet! ich werde beglükkt die schöne Melene hat nach mir geschikkt. Sollte sie mich trösten wollen oder wird sie mir mein Urteil sprechen:

soll ich mit dem Leben zollen: wil sie sich mit Spotten an mir rächen? Verschwindet Gedanken! sie liebt sie schmerzt und beherzet daß sie mich betrübt.

Manchen Tag hab' ich geweinet wenn ihr nicht mein Leiden gieng zu Herzen wenn ihr Sinn so war versteinet daß sie nicht gedacht' an meine Schmerzen:

Nu ist es verkehret. Sie spricht: sie liebe mich einig sonst keinen mehr nicht. Soll ich mich darauff verlassen oder spielt sie nur mit falschen Worten?

Ach! so wolt' ich lieber blassen eh' ich kähm' an ihres Zimmers Pforten: Nein. Edeler Wahrheit Bestand bekrönt sie und beut mir die liebende Hand.

Nun fahr hin Mord-bringend Leiden Furcht Bekümmern Zweifelzagen weichet! hin! ihr störer meiner Freuden! forthin hat mein Antliz außgebleichet.

Bekränzt mich und ruffet: Glükk zu! der Stürm ist vorüber mir bleibet die Ruh.

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