Du blasser Mohn
weistu auch was darvon
daß ich hie unten klage?
Du silber-heer
schaustu auch [auff] mein Meer
der Trähnen-Plage?
Das weisse Licht
der Sternen achtet nicht
mein unerträglichs Leiden:
sonst würd' ihr Guß
verwandeln diesen Fluß
in Lust und Freuden.
Wie offters trug
der trüben Wolken-zug
Erbarmnüß mit mir Schwachen!
Mein Schmerzen-Lied
Künt' ihr bewegt Gemüht'
auch weinend machen.
Der Himmel riß'
auff mein Bekümmernüß
mit Hagel und mit Schlossen
weil meine Brunst
von der Geliebten Gunst
wurd' außgestossen.
Latern und Licht
entdekket mich nur nicht!
kehrt ab das Judas-Feuer.
Schaut mir nicht nach
ihr Leute was ich mach'
ich armer Freyer.
Geht mich vorbey
und fragt nicht wer ich sey
doch wird mich wer erkennen:
Der werde stumm.
ich wil mich hier kurz um
nicht lassen nennen.
Schweert und beteurt
bey Ammon der da feurt
mit Blizz und Donner-schlägen:
es sey niemand
als der euch unbekant
gewest zugegen.
So wüntsch' ich euch
daß ihr in Amors Reich'
erfreuet möget wohnen.
Es fall' euch Ruh
Lust und Vergnügen zu
bey der Dionen!