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4. Keinem/ als mir

Kaspar Stieler

Legere läst sich offters grüssen Legere läst sich offters küssen und komm ich ungefehr darzu so spricht sie: Schaz es seind Verwanten

sind meine Brüder und Bekanten sonst täht' ich so nicht wie ich tuh. Legere laß die Possen bleiben laß dir den Mund nicht so bereiben

ich achte hier nicht Fug noch Recht. Mir sind verdacht die Mutter Brüder die Schwester Freunde; ja ein ieder und wär' es meines Dieners Knecht.

Vergib mir meine Furcht Legere. Der Jungfer Lust wehrt keine Wehre wil sie so hilfft kein halten nicht. Der ihr verwahrtes Schloß entgliedet

der Schlüssel ist bereit geschmiedet und niemand lebt dehm er gebricht. Es kan sich bald ein Schmeichler finden der dein Gemühte kan entzünden

und wer' es auch so kalt als Eyß. Ich kenne zarter Weiber Sinnen wie schleunig der sie kan gewinnen der nur die rechten Griffchen weiß.

Viel Weiber sind auß Griechen rüchtig doch war nicht mehr als eine züchtig die listige Penelope. Rom hat nur eine treu beschrieben

die ihren Ehmann konte lieben die blutige Lukrezie. Ehr wird man schwarze Schwanen schauen die Raben weißlich sehen grauen

den Schnee abschiessen Kohlen gleich: als eine Jungfer sonder Wanken. Ihr Tuhn ihr Reden und Gedanken wird auff das leichtste Windchen weich.

Drum wiltu fromm und Erbar heissen mustu Leger' auch dich befleissen zumeiden allen argen Wahn. Verdacht wächst leichtlich auß den Tahten.

Kind willstu meinem Eyffer rahten so stell dich so bekant nicht an.

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