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4. Ehren-Griffe

Kaspar Stieler

Was zükkstu denn zurükke wenn diese meine Hand versuchen wil ihr Glükke? fällt sie zu weit ins Land

Rosille wenn sie rühret was ihr ihr Jungfer Volk verdekket führet? Es wird einmahl doch kommen daß dir die grosse Scheu

Zu halten wird benommen. Was meinstu? tieffe Reu wird dich alsdenn umfassen wo du mir meine Lust auch hast gelassen.

Die unkostbahren Tücher so du um dich getahn betasten frey und sicher die süsse Wollust an:

den Händen die doch beben wird so ein linder Strich nicht zugegeben. Ey! wärstu auß der Erden in Indien erbaut

wo alle Weiber werden ganz nakkend angeschaut: wolltstu dich dar auch schämen und einen schlechten Griff vor übel nehmen.

Die Haut am ganzem Leibe ist dünkt mich einerley ob ich mich hieran reibe und gehe dort vorbey

ist schlecht zu unterscheiden solltstu denn einen Drukk nicht können leiden. Die Haut wird doch nicht ringer und bleibet unbeflekkt

ob sich schon je ein Finger darüber außgestrekkt. Man wird diß an nicht sehen ist schon ein Ehren-griff wohin geschehen.

Du weist ich bin verschwiegen wo dir es darum ist man möcht zuwissen kriegen daß meine Hand dich küßt:

so wil ich hoch verschweeren den Zulaß soll kein Mensch je auß mir hören. Drum zukke nicht zurükke wenn diese meine Hand

versuchen wil ihr Glükke. Es ist doch nur ein Tand zu fühlen das sich wehren was bald ein ander wird mit Macht zerstören.

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