Das Wolken-dach war mit der Nacht umzogen Arkas hielt die Mittel-stelle durch den Sternen-Bogen Als Oridor verhindert von dem Zug nach seiner Mele Verlangen trug.
Er lieff entsinnt durch Wiesen Wälder Berg und Tahl das Scheiden bracht' ihm Herzens-angst und Qwaal. Solt'ich ach Schöne dich
noch sehn einmahl! So schrie er biß er zu der Hütte kahme da wo seine Mele die süsse Ruh einnahme. Kaum rührt' er an den Riegel bey der Tühr
so wischte Mopsa vom Stroh herfür: Wer klopffet an so langsam schon nach Mitternacht? Mach Mägdchen auf! Ja bald hätt' ich aufgemacht. Ey ja.
Wer ist denn da? hastu nicht acht? Kennstu nicht mehr der Melen ihren Treuen kan ein halber Tag so bald der Liebe Band entzweyen?
Doch sie weiß nichts hiervon das gute Kind daß Oridor so schnell Abschied find: Ach! möchte nur das fromme Herze werden wach ich weiß gewiß Oridor kähm unter Dach.
Nu weh! ich ich vergeh! wer fragt darnach. Der Oridor den du dich fälschlich nennest
weil du unsrer Hirtin Liebes-Brunst vielleichten kennest ist weit von hier wo der Trommeten Hall bedämpfft den süssen Schallmeien Schall. Er ist hinweg und wolte Gott! er wäre hier
er würde bald weisen dir ein' andre Tühr O nein! es kan nicht sein. Geh sag' es ihr.
Was mag es sein daß Wächter so muß bellen. Mopsa Mopsa hörstu Magd nicht wer ist an der Schwellen. Ich gläube Sakk du hast dir wen bestellt des Nachbarn Knecht der dir so gefallt.
Mach lieber Feur im Schorrstein spinne deine Zahl iezt kreht der Han allbereit zum andernmahl. Au! au! Es ist die Frau,
ich leg mich tahl. Was? meinstu so zu bergen deine Tükke? Sag mit wehme triebstu vor der Tühr so Schelmenstükke. Ach herze Frau wir sind verrahten hier
es ist ein Mensche drauß für der Tühr der klopffet an wil mit Gewalt zu uns herein spricht: Oridor bin ich [o] Mele laß mich ein. Macht auff.
Gebt Achtung drauff. Die Stimm' ist sein. O Mele Mele was hab' ich verbrochen! ist nu diß die Treue die du mir so offt versprochen?
Nu steh ich hier der Regen treufft auff mich der Wind durchweht mich kalt-grimmiglich. Ach meines Leids! wo kommt doch diese Stimme her? So seuffzet klagt so beschweert und bittet er.
Wer ist? den du vergist was darff es mehr. Ihr Götter ach! was soll ich darvon denken
wollt ihr meine kranke Seele gar zu Tode kränken. Ists Oridor! Ach nein es ist ein Geist mein Oridor ist ja fortgereist. Ich wil hingehn er sey es oder sey es nicht.
Tritt mit herzu Mopsa sich hier kommt ein Licht. Er ists. Ja Frau ihr wists. Schweig Bösewicht.
Ich wag' es drauff und wil den Riegel ziehen: Bleibe Schälkinn wirstu nu von mir in Nöhten fliehen? Ich fürchte mich Frau lasset ja nichts ein wer weiß es was für ein Ding mag sein
denn Oridor hab' ich ja heute selbst gesehn dort übern Berg schnell mit vielen Pferden gehn. Wer weiß, was auff der Reis'
ihm sey geschehn. Still mit der Tühr! daß nicht mein Vater höre und mir meine Lust mit Oridor auff heute wehre. Ach Frau er ists zünd' ich den Schorrstein an
daß meine Zahl ich außspinnen kan? Schweig Närrin nein iezt ist nicht Licht noch spinnen noht mein Vater hat ja Gott lob ohn diß noch Brodt. Geh vor
mein Oridor sonst bin ich todt. Drauff trat er ein. Ein liebliches umfangen stillte beyder keusche Lust und ehrliches Verlangen
und ob die Nacht schon sonder Monden war sie ganz allein und ausser Gefahr war doch ein Kuß genug zu leschen ihre Brunst die Pallas hat so bewiesen Lieb und Gunst
in Zucht wenn sie besucht der Gott der Kunst. Darum mein Freund der du die Nacht bedenkest
und auff ihre süsse Lust die heisse Sinnen lenkest sezz hier nicht ein des Lästers gelben Zahn Sie haben nichts nicht iemahls getahn Das wieder Zucht Gebühr Zulaß und Tugend streitt
Sie liebten sich in der seltnen Reinligkeit. Gleich wie Geschwister ie sich keusch erfreut.
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