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1669

3. Nacht-last/ Tages-lust

Kaspar Stieler

Die Nacht die sonst den Buhlern fügt und süsse Hoffnung macht Die Ruh die einem Liebendem sagt alle Wollust zu

bringt mir nur lauter Schmerzen und raubet mir das Licht das meinem trüben Herzen des Trostes Straal verspricht.

Der Tag dem sonst kein Pafos-kind recht günstig werden mag Die Gluht der göldnen Strahlen die der Venus schaden tuht

Erteilt mir lauter Freuden und gönnet mir das Glükk die Augen satt zu weiden in meiner Liebsten Blikk.

Wenn iezt Apollens Feuer-gold der Berge Haubt erhizzt Und nu die auffgewekkte Welt entsaget ihrer Ruh:

rührt mich Rosillen Wange mit einem feuchten Kuß' und dieses währt so lange biß auff den Hesperus.

So bald der Sonnen Kerze wird in Thetis Schosse kalt Laton' in düstrer Wolken-Lufft führt auff den bleichen Mohn

so weicht mein Licht von hinnen denn wird mir erst die Nacht das Kind der Erebinnen zur rechten Nacht gemacht.

Drum geh verhaßtes Sternen-Heer gleich nimmer auß der See. Komm an geliebter Lucifer tritt auff Olympens Bahn.

Der Tag der mich so liebet soll meine Freude sein. Die Nacht die mich betrübet weich' in die Höll' hinein.

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