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2. Liebes-feuer/ ewige Flammen

Kaspar Stieler

Du liebst mich Schaz Rosille mehr als dein eigen Herz Mein Wollen ist dein Wille mein Wiedersinn dein Schmerz.

Du schleust mich mit viel küssen Fest in die Armen ein und lässest mich nicht missen was nur vergunnt mag sein.

Ist aber diß die Flammen zuleschen gnug mein Kind sie schlagen mehr zusammen und lodern in den Wind.

Die Fluht kan Feuer tödten lescht was die Gluht verlezzt: Ie mehr komm' ich in Nöhten ie mehr dein Mund mich nezzt.

O dem betrübtem Stande! das kränkt mich was mich süßt wird nu der Tau zum Brande der durch die Lippen fließt.

Die heisse Donner-straalen so schweer zu leschen sein kan man doch offtermahlen mit Wasser kühlen ein.

Mein unaußleschlich Feuer erkennet keine Wehr kehm Thetis mir zu steuer und göß' auff mich ihr Meer.

Iedoch würd' aus den Wellen die Flamme schlagen für es würden seine Quellen vertrögen über ihr.

Du köntest mir noch mindern mein Seelchen diese Brunst und seine Gluhten lindern durch nähre Liebes-gunst.

Was? näher? nicht. Wir kennen der Ehr und Tugend Schein. Eh wolt' ich ganz verbrennen als so geleschet sein.

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