Man mag mich loben oder schimfen
man seh mich süß und sauer an:
Genug daß ich der schönsten Nymfen
Rosillens Ruhm beschreiben kan.
Sprecht stolze Neider sprecht nur immer
ich sey veracht und ungelehrt
wo mich ein eitels Frauenzimmer
nicht machte bey der Welt gehört.
Recht. Durch Sie wil ich sein erhoben
durch ihren Glanz der Freundligkeit
durch ihrer reiffen Tugend Loben
durch das wormit Sie mich erfreut.
Es wird mir nicht zum Nachteil dienen
daß ich ihr Wesen hier benennt.
Ihr Nachruhm wird mit meinem grünen
weil man der Liebe Hoheit kennt.
Rosille laß dich nicht bekümmern
daß mancher Böses von uns hält
des Neides Anschlag geht zu trümmern
ihn fängt der Strikk den er uns stellt.
Das ganze Reich der Pafirillen
Kupid' und Venus stehn uns bey
die Musen sind uns selbst zu willen.
Uns schüzzt der Fürst der Dichterey.
Der blaue Basilisken-Drache
schafft durch Verdruß ihm selber Noht.
Ihn stürzt die eingebildte Rache
sein eigen Gifft bringt ihm den Tod:
So wird der Neider auch zerspringen
wenn er uns langer lieben sicht
wenn er mich ferner höret singen
und er es kan verwehren nicht.