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1632–1707

1.

Kaspar Stieler

Der du mich üm mein Lieben schiltst und meinen Vers nicht achten wiltst weil ich ihn habe weich geschrieben: Hör an was mich darzu getrieben.

Ich bildte mir auch erstlich ein ich wolt’ als du tuhst ernstlich sein: ich hatte mich der Lieb’ entzogen indehm hat Amor mich betrogen.

Er stellte mir die Götter-Zier der himmlischen Dorinden für: Das Milch-blat der Zinnober-Wangen hat meinen wilden Geist gefangen.

Ich glaube nicht daß Jupiter noch iezund in dem Himmel wer’ im fall’ er ihrer Gaben Wesen aus meinem Herzen könnte lesen.

Sollt’ iezt ein göldner Apfel sein Du Troja hättest nicht zuklagen werstu um dieses Bild zerschlagen. Ich weiß es Leipzig was du bist

daß in dir manche Göttin ist: Noch keine kan Dorinden gleichen noch keiner darf Dorinde weichen. Willtu ein Meister stükkchen tuhn

komm her Apelles mahle nun du darffst dem Gräzien nicht trauen. Hier kanstu Venus gleichen schauen. Doch was? dein Pinsel ist zu schlecht

gib dich nur an fürmeinen Knecht wo man dir soll dein künstlich mahlen Die Tugend den beqveemen Geist den sie in ihrem Wesen weist

kan keine Mahlerey nicht treiben: Deß Geistes Kiel muß sie beschreiben. Diß ist mir so ins Herz gelegt diß ist mir so ins Herz gepregt

daß ich viel lieber wolt’ erblassen als ab-von ihrem Ruhme-lassen. Ich achte keiner Lorber-Kron’ im fall ich nicht der Myrten Lohn

aus Jhren Händen solt’ empfangen. Nu bin ich Föbus wieder dich. Kupido du sollst krönen mich: Ich weiß es wird mich um Pyrenen

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