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1632–1707

1.

Kaspar Stieler

Die ernstliche Strenge steht endlich versüsset die qweelende Seele wird einsten gesund. Ich habe gewonnen ich werde geküsset es schallet und knallet ihr zärtlicher Mund.

die Dornen entweichen die Lippen verbleichen indehm sie die ihre den meinen auffdrükkt. Ich werd’ auß der Erde zun Göttern verschikkt.

Jhr klagende Plagen steht jetzo von fernen es fliehe der achzende krächzende Neid! Mein Gang ist gegründet auch über die Sternen ich fühle der Seeligen spielende Freud’.

Es flammen die Lippen. Die rößlichte Klippen die blühen und ziehen mich lieblich an sich. Was acht’ ich dich Honig! was Nektar-wein dich!

Durch dieses erwieß es ihr süsses Gemühte Nu höhn’ ich der Könige Zepter und Blüte mich nimmet der Vorraht Eufrates nicht ein. Kan ich sie nur haben:

was acht’ ich der Gaben der siegenden Krieger im Kapitolin die durch die bekränzeten Pforten einziehn! Ich habe die Schöne mit nichten gewonnen

mit Solde von Golde mit Perlenem Wehrt und scheinenden Steinen in Bergen geronnen den Tyrischen Purpur hat sie nie begehrt. die Zeilen die süssen

aus Pegasus Flüssen die haben ihr härtliches Hertze gerührt: Nu stehet mein Lorber mit Myrten geziert.

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