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1632–1707

1.

Kaspar Stieler

Wer will kan ein gekröntes Buch von schwarzen Krieges-zeilen schrei- Ich will auff Venus Angesuch ihr süsses Liebes-handwerk treiben:

Ich brenne. Wer nicht brennen kan fang’ ein berühmter Wesen an. Ich sehe vor mir Blut und Staub und tausent Mann gewaffnet liegen

ich sehe wie auff Sieg und Raub doch brenn’ ich. Wer nicht brennen kan fang’ ein berühmter Wesen an. Ich höre der Trom̃peten Schall

der Paukken Lerm den klang der Waffen der schrekkenden Kartaunen knall der Büchsen und Musketen paffen und brenne. Wer nicht brennen kan

fang’ ein berühmter Wesen an. Ich hätte die Gelegenheit ein neues Jlium zumelden: Es gibt mir Anlaß mancher Streit

Doch brenn’ ich. Wer nicht brennen kan fang’ ein berühmter Wesen an. Ich spür’ auch hier Ulyssens Wizz mich reizen Hektors tapfre Tahten:

Was hilffts? mich läst die Liebes-hizz’ anff andre Künste nicht gerahten. Ich brenne. Wer nicht brennen kan fang’ ein berühmter Wesen an.

Was mein beflammtes Herze hegt zieht meinen Geist von seiner Erden: hätt’ Amors Gluht mich nicht geregt wie würd’ ich je beschrieen werden?

Nun brenn’ ich. Wer nicht brennen kan fang’ ein berühmter Wesen an. Was mir die Venus predigt ein mag meines Nahmens Lorber sein

Sonst brauch’ ich keiner andern Musen. Ich brenne. Wer nicht brennen kan fang’ ein berühmter Wesen an. Was frag’ ich nach der Alten Neid

was nach dem stumpfen Tadler-besen! Es ist genug wenn nach der Zeit mich liebe Jungfern werden lesen. Ich brenne. Wer nicht brennen kan

fang’ ein berühmter Wesen an. Ich weiß wenn ich verweset bin wird mich das junge Volk betrauren und sagen: Ach daß der ist hin

den Venus ewig hiesse dauren! Wer aber nimmer brennen kan wird keine Venus fangen an.

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