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1632–1707

1.

Kaspar Stieler

Warum ich nur von Lieben die Blätter voll geschrieben warum mein Buch verzärtlet lacht möcht’ einer wundernd fragen.

Drüm wil ich selber sagen was mich darzu hat angebracht: Der Feuer-hauch der Musen hat meinen engen Busen

mit solchen Flammen nicht gerührt. Apoll ist hier nicht Meifter nicht Pallas so die Geister auff Helikons Gebüsche führt.

Die Lust die Red’ und Bltkke der Glieder ihr Geschikke und was Rosillen mehr beschönt: Jhr Wesen Kleidung Lachen

Betrübniß Schlaf und Wachen hat mich mit Efeu umgekrönt. Straks bin ich ein Poete wenn ihre Wangen-röhte

im weissem Alabaster blikkt. Wenn in die göldne Seiten wil ihre Kehle streiten Ist wo ihr Leib entblösset:

mit Wasser auß dem Pferde-Guß. Auff ihr Bewegen regen wächst mir geschwind entgegen ein Buch das Troja trozzen muß.

Der mag die Tugend melden und der die alten Helden auß Teutschland tragen zu Papier der hohe Sachen schreiben:

Ich wil die Liebe treiben und wie Rosille mir komt für. Der Schiffer schwazzt von Stürmen Der Krieger praalt von Türmen

die er so oft erstiegen hat der Bauer lobt die Felder der Jäger Wild und Wälder der Reisender so manche Stat:

Ich bin ein Jungfer-lieber die Zunge geht mir über von dehm was auß dem Hertzen quillt. Wer mich hierum wil schelten

der fluche den Gewälten die ob uns hat ein Weibes-Bild.

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