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1898

Schwerer Abend

Ernst Stadler

Die Tore aller Himmel stehen hoch dem Dunkel offen, Das lautlos einströmt, wie in bodenlosen Trichter

Land niederreißend. Schatten treten dichter Aus lockren Poren nachtgefüllter Schollen.

Die Pappeln, die noch kaum von Sonne troffen, Sind stumpf wie schwarze Kreuzesstämme übers Land geschlagen.

Die Äcker wachsen grau und drohend – Ebenen trüber Schlacke. Nacht wirbelt aus den Wolkengruben, über die die Stöße rollen

Schon kühler Winde, und im dämmrigen Gezacke Hellgrüner Weidenbüschel, drin es rastend sich und röchelnd eingeschlagen,

Verglast das letzte Licht.

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Schwerer Abend · Ernst Stadler · Poetry Cove