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1898

Schloss im Herbst

Ernst Stadler

Durch düstre Turmkronen wo vom Gemäuer Sand hinstiebt und große schwarze Vögel gespenstisch rauschend durch morsche Luken flattern läuft der Sturm in Nächten wenn der rote Vollmond

funkelnd zwischen grauen Wolken liegt stöhnt und läuft durch weite öde Säle wo aus verwitterten Wänden dunkle Bilder trüb herschimmern in vergilbten goldnen Rahmen

über dämmrig schauernde lange Korridore bleiche Gänge steile Stufen in den Park der wie smaragdene Brandung an die Mauern drängt purpurumraschelt

vom Prunkgewand des Herbstes und der rote Mond webt seltsam um das glühe Laub der Eschen und der Schlinggewächse die die alten tiefen Brunnen umsponnen halten deren Rauschen

lange starb in einer schwülen Sommernacht.

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Schloss im Herbst · Ernst Stadler · Poetry Cove