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1898

Kleine Stadt

Ernst Stadler

Die vielen kleinen Gassen, die die langgestreckte Hauptstraße überqueren, Laufen alle ins Grüne. Überall fängt Land an.

Überall strömt Himmel ein und Geruch von Bäumen und der starke Duft der Äcker. Überall erlischt die Stadt in einer feuchten Herrlichkeit von Wiesen,

Und durch den grauen Ausschnitt niedrer Dächer schwankt Gebirge, über das die Reben klettern, die mit hellen Stützen in die Sonne leuchten.

Darüber aber schließt sich Kiefernwald: der stößt Wie eine breite dunkle Mauer an die rote Fröhlichkeit der Sandsteinkirche.

Am Abend, wenn die Fabriken schließen, ist die große Straße mit Menschen gefüllt. Sie gehen langsam oder bleiben mitten auf der Gasse stehn.

Sie sind geschwärzt von Arbeit und Maschinenruß. Aber ihre Augen tragen Noch Scholle, zähe Kraft des Bodens und das feierliche Licht der Felder.

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