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1898

Glück

Ernst Stadler

Nun sind vor meines Glückes Stimme alle Sehnsuchtsvögel weggeflogen. Ich schaue still den Wolken zu, die über meinem Fenster in die Bläue jagen –

Sie locken nicht mehr, mich zu fernen Küsten fortzutragen, Wie einst, da Sterne, Wind und Sonne wehrlos mich ins Weite zogen.

In deine Liebe bin ich wie in einen Mantel eingeschlagen. Ich fühle deines Herzens Schlag, der über meinem Herzen zuckt.

Ich steige selig in die Kammer meines Glückes nieder, Ganz tief in mir, so wie ein Vogel, der ins flaumige Gefieder

Zu sommerdunklem Traum das Köpfchen niederduckt.

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