Skip to content
1898

Dunkle Fahrt

Ernst Stadler

Die alten Brunnen rauschten wie im Traum durch fernen Hall vertrauter Abendglocken und flossen weich ins Dunkel das den Duft nachtschwüler Gärten die ich spät durchwandert

still atmend trug. Nun tut sich dämmernd auf vom schwanken Frühlicht hingetürmt umwölbt von Felsenstürzen purpurtiefen Schluchten der letzten Fahrten letzte Ruhestatt:

Mit schwarzem Strom die goldig dunkle Trift. Die kalten Eisenstufen schreit ich leicht die leise klirrenden ins Tal daraus nicht Rückkehr ist. Nun bette mich

in blauen Schatten blütenloses Land traumstarre Flut! Schon rührt dein schwerer Hauch mich schauernd an. Schon überweht ein Glanz

mich Trunknen hell wie einer Gottheit Bild aus blitzendem Gewölk. Schon trübt und wirrt des Lebens Spiegel fern sich wie ein Traum der flatternd zwischen Tag und Dämmer lischt.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Dunkle Fahrt · Ernst Stadler · Poetry Cove