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1898

Beata Beatrix

Ernst Stadler

Dämmerläuten schüttet in den veilchenblauen Abend weiße Blütenflocken. Kleine Flocken blank wie Muschelperlen rieseln tanzen schwärmen weich wie dünne blasse Daunen

wirbelnd wölkend. Schwere Blütenbäume streuen goldne Garben. Wilde Gärten tragen mich in blaue Wundernächte große wilde Gärten. Tiefe Beete

schwanken brennend auf wie Traumgewässer still und spiegelnd. Silberkähne heben mich von braunen Uferwiesen in das Leuchten. Über Scharlachfluten

dunklen Mohns der rot in Flammensäulen züngelt treibt der Nachen. Bleiche Lilien tropfen schillernd drüberhin wie Wellen. Düfte aus kristallnen Nächten tauchend

schlingen wirr und hängen sich ins Haar und sie locken ... leise leise ... und die grünen klaren Tiefen flimmern ... Purpurstrahlen schießen ... leise sink ich ...

süß umfängt mich müder Laut von Geigen ... schwingt sinkt gleitende Paläste funkeln fern. Licht stürzt über mich. Weit grün

schwebt ein Glänzen ...

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Beata Beatrix · Ernst Stadler · Poetry Cove