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1613

Von der Jungfrawschafft

Friedrich Spee

O Christliche Jungfrawen schon Zur Braut begehrt euch Gottes Sohn Darumb euch kurtz vnn gut bedenckt Dem Bräutigam euch frölich schenckt.

Allmächtig ist der Bräutigam Sehr Edel ist sein Edler Stamm So weiß so reich so hübsch vnd fein Wird keiner mehr zu finden sein.

Der Bräutigam ist jung vnd zart Sein Antlitz wie ein Rosengart: Schön weiß vnd roth wie Milch vnnd Blut Sein Farb erfrischt Sinn Hertz vnd Muth:

Sein Haupt ist Gold krauß ist sein Har Sein Lefftzen Roth sein Augen klar Sein Athem vber Balsam süß Schön alles vom Haupt auff die Füß.

Der Bräutigam Gott selber ist Schaw Braut wie du so selig bist: Der bringt dir was dein Hertz begehrt Vnd was er gibt bleibt vnuerzehrt.

Er bringt der Braut all Gut vnd Ehr Kein König könt jhr bringen mehr. Sein ist all Gut der gantzen Welt Mit allem Gold vnd allem Gelt.

Er gibt der Braut viel schöne Ding Viel Brasiletten vnd viel Ring: Berl: Edle Stein: Silber vnd Gold: Vnd Kleinod wie man wünschen wolt.

O was ein Kleid! O was Gewand! O was ein Scepter in der Hand! O was ein Kron! O was ein Krantz! O was ein Zier! O was ein Glantz!

Kein Keyserin ist also reich Die Christi Braut sein könte gleich. Sie werd im Himmel sitzen da Sehr hoch bey jhrem König nah.

O Jungfraw hastu Lust hiezu Dich kurtz vnd gut bedencken thu: So viel kein Mensch dir geben kan Du kanst nicht höher kommen an.

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