Bey stiller nacht zur ersten wacht Ein stimm sich gund zu klagen. Ich nam in acht waß die doch sagt; That hin mit augen schlagen.
Ein junges blut von sitten gut Alleinig ohn geferdten In großer noth fast halber todt Im Garten lag auff Erden.
Es wahr der liebe Gottes-Sohn Sein haupt er hat in armen. Viel weiß- vnd bleicher dan der Mon Eim stein es möcht erbarmen.
Ach Vatter liebster Vatter mein Vnd muß den Kelch ich trincken? Vnd mags dan ja nit anders sein? Mein Seel nit laß versincken.
Ach liebes kind trinck auß geschwind; Dirs laß in trewen sagen: Sey wol gesinnt bald vberwind Den handel mustu wagen.
Ach Vatter mein vnd kans nit sein? Vnd muß ichs je dan wagen? Wil trincken rein den Kelch allein Kan dirs ja nit versagen.
Doch sinn vnd muth erschrecken thut Sol ich mein leben lassen? O bitter Tod! mein angst vnd noth Ist vber alle massen.
Maria zart Jungfräwlich art Soltu mein schmertzen wissen; Mein leiden hart zu dieser fahrt Dein hertz wär schon gerissen.
Ach mutter mein bin ja kein stein; Das hertz mir dörfft zerspringen: Sehr große pein muß nehmen ein Mit todt vnd marter ringen.
Adè adè zu guter nacht Maria mutter mildte! Ist niemand der dan mit mir wacht In dieser wüsten wilde?
Ein Creutz mir für den augen schwebt O wee der pein vnd schmertzen! Dran soll ich morgen wern erhebt Daß greiffet mir zum hertzen.
Viel Ruthen Geissel Scorpion In meinen ohren sausen: Auch kombt mir vor ein dörnen Cron; O Gott wem wolt nit grausen!
Zu Gott ich hab geruffen zwar Auß tiefen todtes banden: Dennoch ich bleib verlassen gar Ist hilff noch trost vorhanden.
Der schöne Mon wil vndergohn Für leyd nit mehr mag scheinen. Die sternen lan jhr glitzen stahn Mit mir sie wollen weinen.
Kein vogel-sang noch frewden-klang Man höret in den Lufften Die wilden thier trawrn auch mit mir In steinen vnd in klufften.
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