Skip to content
1613

[So bald die Sonn: verjagt den Mon]

Friedrich Spee

So bald die Sonn: verjagt den Mon, Vnd sich bekleid mitt stralen, Auch zart vnd rein: mit purpurschein Die berg, vnd feld thut malen,

Wunsch ich in heisser lieb entzünd Daß Gottes nahm der reine, Recht in der Sonn gemahlet stünd Mit noch so klarem scheine;

Vnd dan mit sampt der Sonn geschwind Die welt thet vber-fahren; Damitt doch alle menschen kind, Man, weib, jung, alt von jahren,

Beid arm vnd reich, beid groß vnd klein, Den nahmen dises Herren, So vill es immer mögte sein, All theten doch verehren.

Wan aber nacht: den tag verjagt, Vnd thier vnd menschen schlaffen, Auch sich auffmacht: die Sternenwacht, Bekleid in gülden waffen;

Wünsch ich, der nahm des Herren wer In iedem Stern geschrieben: Vnd weil der Himmel eilet sehr, Mit ihn wurd vmbgetrieben:

Damit doch immer tag, vnd nacht Thet leuchten also prächtig, Voll herrlichkeit, vnd ehren pracht Der Gottes nahm allmächtig.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
[So bald die Sonn: verjagt den Mon] · Friedrich Spee · Poetry Cove