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1613

[»O Lilgen schne weiß«]

Friedrich Spee

O Lilgen schne weiß Auß dem Paradeyß O wie tugentreich O wie werth zugleich

Gott dem Herren sein Die zwo Lilgen fein Kein früling kein Mäy Wie frölich er sey

Hats bracht also schon Als da sein die zwen S. Jgnatius Vnd Xauerius

Ein mechtige krafft Hat der Lilgen safft Kompt jhr Kinder [fein] Last vns frölich sein

Den Lilgen schne weiß Singt Lob Ehr vnd Preiß. O Lielgen schnee weiß Voller Ehr vnd Preiß

Wie riecht jhr so wol Von der Lieb gantz vol Wie schön scheint herfür Ewer Seelen Zier.

Kein König so reich Der euch es thut gleich Mit Zierd vnd Geschmuck Jn eintzigem stuck

So heuffige gnad Euch Gott geben hat. Viel lieblicher sein Als Mäyblümelein

Die gnaden die euch Machen also reich Darumb jhr jetzt werd Von der Welt verehrt.

O Lielgen so zart Wie schön ewer art Die Farb mancherley Doch so schön darbey

Daß der helle glantz Vns erquicket gantz. Die Sanfftmuth so groß Die Armuth so bloß

Die Lieb also hell Gehorsam so schnell Schön die Reinigkeit Starck die Dapfferkeit.

Auff Erden habt jhr Mit grosser begier Gottes Ehr allein Durch viel Müh vnd Pein

Dem Nechsten zu gut Gsucht mit festem muth. O Lielgen im Feld Der Kirchen gestelt

Euch ehren mit wohn China vnd Japon Denen jhr [gezeigt] Den Weg der Warheit

Viel Sünder gantz frey Für so mancherley Des Lebens gefahr Die vor augen war

Durch Trübsal vnd Noth Habt bekehrt zu Gott. Kein Leiden noch Pein Euch schwer scheint zu sein

Wann nur Gott der Herr Würd gepriesen mehr So groß war die lieb Die euch darzu trieb.

O Lielgen wie klar O wie wunderbar O wie süß wie milt Jst doch ewer Schilt

Der in aller Schlacht Euch ein muth gemacht. Jn grosser Gefahr Die zu fürchten war

Alle zuuersicht Auff jhn war gericht Dann zu aller stund Er euch helffen kund.

Ein trefflicher Schilt Scheint gantz vbergült Wie ein Fewrflamm JESVS ist sein Nahm

Den das Hertz vnd Mund Lobt zu aller stund. O Lilgen wie weit Hat sich außgebreit

Ewer süssigkeit Die vns all erfrewt Der Ketzer List Gantz zu wider ist.

Deßwegen sie euch Hassen alle gleich Weil jhre falsche Wahr Die verzuckert war

Von euch wird entdeckt Vnd wol außgelegt. Was Jammer vnd Leid War vns zubereit

Durch der Ketzer Lehr Doch hats Gott der Herr Offt zu nichts gemacht Durch der Lilgen macht.

O Lilgen schneeweiß Gott sey Lob vnd Preiß Daß er solche Krafft Euch allhie verschafft

Vnd zur Ewigkeit Hat den Weg bereit. Euch loben thun wir Mit grosser begier

Vnd Fürbitter seyd Bey Gott allezeit Daß wir mögen euch Sehn im Himmelreich.

O lieblicher safft O wundere krafft Kompt jhr Kinder fein Laßt vns frölich sein

Den Lilgen schneeweiß Singt Lob Ehr vnd Preiß.

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