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1613

Ein Anders

Friedrich Spee

Das wahre Heyl vnd allen Trost Vns Christus hat erworben Der vns durch seinen Todt erlost Für vns am Creutz gestorben

Er ist fürwar der Mitler gut Der vns erlößt mit seinem Blut Das wir nicht sein verdorben. Wie kompt nun daß noch so viel gehn

Zum ewigen Verderben? Wie kompt daß wir so wenig sehn Die Gottes Reich ererben? Wie kompt daß Christi Todt vnd Pein

An vielen gar verlohren sein? Die hin zur Höllen sterben. Ach Gott das thut die Ketzerey Dauon die Lehr geboren

Daß nichts nur Glaub vonnöthen sey Wer glaub sey außerkoren: Werck hin Werck her; Werck auff Werck ab Wer nur den blossen Glauben hab

Der könn nicht sein verloren. Auß diesem Dunst vnd Ketzer Lehr All Vnheil ist erstanden Vnd wachsen täglich mehr vnd mehr

Die Laster Sünd vnd Schanden. Jst niemandt der die Tugendt acht Wo Glaub alleine selig macht Kein Zucht ist da vorhanden.

Wolan: glaub mir mein frommer Christ Vnd laß dich nicht betriegen Zur Seligkeit mehr nöthig ist Als dir die Ketzer liegen.

Gewalt Gewalt der Himmel leyd Wiltu hinein Gewalt nicht meyd Du vmb die Kron must kriegen. Fürwar die Lieb gehört darzu

Vnd auch ein Christlich Leben Man sag vnd sing vnd was man thu Gott fordert das darneben Wer glaubt vnd glaubt vnd lebt nicht wol

Nur Sünd vnd Schand vnd Laster vol Der wird dem Teuffel geben. Nun wiltu dann zum Himmelreich Meid böß vnd thu das gute;

Leb keinem falschen Ketzer gleich Jn solchem Vbermuthe: Mit guten Wercken treib nicht spott Förcht Gott lieb Gott halt sein Gebott

Sonst hilfft nichts Christi Blute.

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