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1761–1836

Selma an Selmar

Elise Sommer

Noch einmal zurück, o ihr Zeiten Der wonnigsten süßesten Freuden, Vor meinen gesunkenen Blick! O! Zauberin Fantasie, male,

Und führe im glänzenden Strale Des Mondes mir Selmar zurück. Hier brach ich die duftendste Rose, Dort sucht' ich in schwellendem Mose

Das blühendste Veilchen für ihn, Da pflückt' ich im Schatten der Laube Die reifste, die glühendste Traube Zu süßem Genusse für Ihn.

Dort, wo wir auf blumigen Rasen, Einst zwischen Vergißmeinnicht saßen, Von blühenden Ranken umstrickt, Da schwamm in des Abendroths Glanze

Die Thräne der Liebe am Kranze, Den Selmar'n ich freudig gepflückt. Da küßt er am Kranze die Thränen, Sein Auge, voll Liebe, voll Sehnen,

Sprach: „Selma! wie glücklich sind wir.“ Den leuchtenden Blicken entschwebten Auch Thränen der Liebe, sie bebten Am rosigen Busenband mir.

Das waren, ach! selige Zeiten! Jetzt fühl' ich nur Schmerzen und Leiden: Denn Selmar ist ferne von mir! Oft irr' ich in düstren Gedanken

Dort unter den blühenden Ranken, Und seufze, mein Selmar, nach dir!

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