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1761–1836

Morgenbilder

Elise Sommer

Der Morgen erwacht In stralender Pracht, Die Nebel entfliehen, Die Wolken erglühen

Im rosigen Glanz Zum lieblichen Kranz; Vergoldet umrauscht mich der duftende Wald, Die jubelnde Hymne der Lerche erschallt!

Das blühende Feld, Von Zephyr geschwellt, Gleicht silbernen Wogen, Von Sylphen gezogen.

In schmeichelnder Luft Strömt würziger Duft. Er wallt von den Blüthen im lachenden Thal, Und tränket ätherisch den sonnigen Stral.

Bardale erhebt Sich singend und schwebt In luftigen Räumen, Zu blühenden Bäumen;

Mit Wehmuth und Lust Bewegt sie die Brust, Sanft, wie der Harmonika Glocke, verhallt Ihr göttliches Lied im belebenden Wald.

Najade begrüsst Die Quelle, sie fliesst Durch Blumengewinde Und schaurige Gründe,

Bald sonnig erhellt, Dann trübe geschwellt; So heben im Leben bald Wonnen das Herz, Bald weiht uns das Schicksal zu ewigem Schmerz!

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