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1761–1836

Elegie

Elise Sommer

Wo seid ihr hin? entflohne Jahre, Da ich im goldgelockten Haare Mir fröhlich Lenzesblüthen brach? Mir schienen Weste liebzukosen,

Wenn ich, bekränzt mit jungen Rosen, Der Freude froh am Busen lag. In meines Lebens Blüthe-Tagen Schien alles fröhlich mir zu sagen:

„Ein glückliches Geschöpf wirst du!“ Ich sah' die Welt im Rosenglanze Und hüpfte wie im Jubeltanze Der fernen Zukunft lachend zu.

Ich fand in tausend Menschen Engel, Die nur verstanden, ihre Mängel Zu hüllen in ein Truggewand. Blind hätt' ich meine Ruh, mein Leben

Dem Manne sorglos hingegeben, Der viel beschwor, und nichts empfand. Doch mit der Kindheit goldnen Zeiten Entfloh'n auch meines Lebens Freuden,

Denn die Erfahrung rief mir zu: „Sei weise, prüf' zuvor die Herzen; Dein Glaube schuf dir tausend Schmerzen, Er brachte dich um Glück und Ruh!“

Jetzt fühl' ich schmerzvoll ernste Kühle, Wo einst im seligsten Gefühle Mein Herz vor Wonne höher schlug! Jetzt flieh' ich in mich selbst zurücke,

Mit scheuem, wehmuthsvollem Blicke, Und ahne Falschheit, List und Trug. Auf immer sind dahin geschwunden Die Freuden jener goldnen Stunden,

Ich kenne weder Ruh', noch Glück; Auf, fasse dich! der Abend sinket, Wo Staub' die letzte Thräne trinket! Schon nah't der frohe Augenblick! –

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