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1761–1836

An meinen Freund Hrn. G.R.R. Boden

Elise Sommer

Als du, o Freund! gebohren wardst, Da weih'ten Engel Gottes Dich Zum Segen für die Menschheit ein; Sie senkten in die junge Brust

Ein Herz voll reinen Schönheits-Sinns, Das mitleidsvoll bei fremdem Schmerz Wie bei dem eignen Leiden schlägt, Und rastlos ihn zu lindern strebt.

Als ich an jener Urne einst Mit thränenschwerem Blicke stand, Und in die Zukunft dunkel sah, Da wünscht' ich mich in's Schattenreich

Und wankte schon dem Orkus zu, Da kamst Du, wie ein Genius, Und reichtest helfend mir die Hand, Und sich'rer ward mein matter Schritt

Und heller mein bethränter Blick; Er schaute hoffnungsvoll empor Zu des Olympos goldnen Höhn. In Deiner Freundschaft fand ich Trost

Und Schutz im Sturme der Gefahr, An Deiner edlen treuen Brust Vergaß ich alles um mich her, Und fühlte nur das hohe Glück,

An eines Engels reiner Brust, Im seligsten Gefühl zu ruhn. Die Sprache dünkt mir arm, sehr arm, Wenn sie Dir treu erklären soll,

Was ich in Deiner Freundschaft fand Und wie in diesem Busen hier Ein Herz voll reger Dankbarkeit, Voll treuer Freundschaft für Dich schlägt.

Den besten Dank für Dich, o Freund! Heb' ich zu beß'ren Welten auf, Vor allen Engeln werd' ich dort Dich meinen theuren Boden sehn;

Da nenn' ich Deinen Namen laut Vor Geistern, die Dir ähnlich sind. Schon seh' ich froh das Diadem Das Dir Dein guter Engel reicht;

Er sammelte die Thränen auf, Die Du mit liebevoller Hand So still bereit zu trocknen warst. Auch jede Freudenthräne, die

Dem frohen Blicke im Genuß, Den ich in Deiner Freundschaft fand, Entsank mit süßem Wonn'gefühl, Die müsse einst zum Freudenquell

Dir werden in Elysium!

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