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1761–1836

An meine Freundin Hauff, geb. Reinhard

Elise Sommer

Auch ich, Geliebte! hab' in süssen Stunden Das Glück der Freundschaft hochentzückt empfunden! Da fühlt' ich tief, die Welt sey warlich schön! Hoch stimmt' ich in des Herzens stiller Feier

Mit Götterlust die goldumzogne Leyer, Das Lob der Theuren würdig zu erhöh'n! Und heilig war sie mir zu ihrem Ruhme, Entblühte mir im innern Heiligthume

Des Glaubens und der Treue süsses Bild; Sie, meine Göttin, würdig zu belohnen, Umwand ich ihre Stirn mit Stralenkronen, Sie schmückte meinen Altar hold und mild!

Doch ward ich oft auch ihrer Täuschung müde, Aus meinem Herzen floh der stille Friede, Den mir der Glaube an die Menschheit gab. Jetzt fühlt' ich tief, ich sey im fremden Lande,

Kalt streift' ich die entweihten falschen Bande Mit stiller Ruhe sonder Wehmuth ab. Sieh! da vernahm ich Deine holden Töne, Geschmückt mit neuer ew'ger Jugendschöne

Prangt nun aufs neue Tempel und Altar; Nun glaub' ich an der Menschheit Adel wieder, Die Wehmuth weiht den Tagen Trauerlieder, Wo ich mit Dir einst ach! so selig war!

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