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1761–1836

An eine Kirchhofs-Linde

Elise Sommer

Wenn dereinst im lauen Abendwinde Unter deinem Schatten, hohe Linde, Hin ein Lebensmüder sinkt, Und aus deinen Silberblüthen

Süße Düfte trinkt; O, dann lisple leis' dem armen Müden: „Hier wohnt Ruhe! hier wohnt stiller Frieden, Trockne deine Thränen ab;

Unter diesem grünen Hügel Ist Elisens Grab! „Sie auch sehnte sich aus banger Schwüle Nach des stillen Grabes milder Kühle,

Lange ahnend frühen Tod, Nun verkläret ihre Thränen Ew'ges Morgenroth! „Athme leichter unter dieser Linde!

Wie die Blüthe fällt vom Abendwinde, Schwindet jedes Leiden hin, Wenn im öden Kirchhofshaine Blumen auf uns blühn.“

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