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1761–1836

An ein Maienblümchen

Elise Sommer

Vor allen Blumen, die so schön Auf Florens bunten Beeten stehn, Wähl' ich, o Maienblümchen! dich Zum kleinen Busenstrauß für mich.

Dein kleines Klöckchen, zart und weiß, Gepflegt von keines Gärtners Fleiß, Erzog die gütige Natur Auf grüner buntbeblümter Flur.

Du blüh'st in hohem Gras versteckt, Von seidnen Blättern überdeckt, Und würzest mild mit süßem Duft Die junge, reine Frühlingsluft.

Du trägst der Unschuld Feierkleid, Bist ihr, der Göttlichen, geweiht, Die den, dem sie im Busen lebt, Hoch über diese Welt erhebt.

Verblühe, liebes Blümchen, hier, Und hauche süße Düfte mir, Und male meinem nassen Blick' Der sanften Unschuld hohes Glück!

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