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1590

94

William Shakespeare

Translated from English

Wer, wo er Macht hat, keine Streiche führt, Was ihm zumeist gegeben scheint, nicht tut; Selbst felsenhart bleibt, wo er andre rührt, Starr, unverführbar kühl, von trägem Blut:

Er ist fürwahr der Liebling höchster Geister, Behütet vor Verschwendung die Natur; Bleibt seines Angesichtes Herr und Meister, Die andern seines Pomps Lakaien nur,

Die Sommerblum' erfreut die Sommerwelt, Und müßt' auch einsam sie für sich verblühn: Doch wenn die Blum' ein gift'ger Tau befällt, Wär' ihr das ärmste Unkraut vorzuziehn.

In Sauerstes kehrt Süßestes sein Wesen. Unkraut riecht lieblicher als Lilien, die verwesen.

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94 · William Shakespeare · Poetry Cove