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1590

69

William Shakespeare

Translated from English

Nichts fehlt den äußern Gaben, die dem Licht Du zeigst, das Menschenwitz verbessern könnte; Wie aller Mund, durch den die Seele spricht, Ja selbst dein Feind dies wahre Lob dir gönnte.

So wird für äußern Reiz dir äuß'rer Lohn; Doch eben jener Mund, der, was dein eigen Dir gab, zerstört dies Lob aus anderm Ton, Und spüret weiter als die Augen reichen.

In deiner Seele Schönheit tauchen sie; Die mißt Vermutung ab nach deinen Taten: Kargmütig, augengütig hauchen sie Auf deinen Blumenflor des Unkrauts geilen Schwaden.

Doch daß dein Duft nicht gleicht dem Augenschein, Daran ist schuld: du machst dich selbst gemein.

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69 · William Shakespeare · Poetry Cove