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1590

64

William Shakespeare

Translated from English

Sah ich der Alten stolze Wunderpracht Durch Wütrichshand der Zeit gestürzt verwittern, Der Erde hohe Türme gleichgemacht, Unsterblich Erz vor Menschenwut erzittern:

Sah ich die gierige See am Königreich Der Meeresküsten überflutend zehren, Die Feste dann, an Wasserschätzen reich, Fülle mit Raub, und Raub mit Fülle mehren:

Wenn ich dies Wandelleben übersah, Ja Leben selbst zum Untergang getrieben, Kam unter Trümmern mir dies Grübeln nah: Einst kommt auch Zeit und fordert deinen Lieben. –

Solch ein Gedank' ist wie ein Tod; er treibt Zum Weinen, daß du hast, was dir nicht bleibt.

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64 · William Shakespeare · Poetry Cove