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1821

Zum 17. Februar 1822

Gustav Schwab

Seine Hoffnung und sein Sehnen Ist's, was an der Liebsten Fest Unter Seufzern, unter Thränen, Jünglings Leier tönen läßt.

Wer in seines Weibes Arme, Zwischen Kinderwiegen, ruht, Wie kann der von Liebesharme Singen und von Sehnsuchtsglut?

Aber – Miteinander lieben Lohnt es keinen Leierklang? Weil die Blüte Frucht getrieben, Tönt vom Baum kein Vogelsang?

Anders mag das Lied erschallen, Aber jubeln wird es doch. Frühling würde nicht gefallen, Folgte nicht ein Sommer noch.

Miteinander zu erstreben, Miteinander zu verstreun, Und zu nehmen, und zu geben, Und nach Leide sich zu freun;

Miteinander zu verlachen Stolz und Geiz der armen Zeit, Eins das Andre zu bewachen In dem Strom der Eitelkeit; –

Miteinander zu entbrennen, Wo's die höchsten Güter gilt, Eins des Andern Herz zu kennen, Das von Freiheitsliebe schwillt,

Aus der tücht'gen Kinder Augen Jugendlust und Hoffnungsmut, Und fürs Alter Trost zu saugen, Und zu flehn zum höchsten Gut; –

Miteinander so zu pflegen Jeden irdischen Gewinn, Daß sich kehrt beim Erdensegen Zu dem ew'gen Heil der Sinn;

Wenn am freudenreichen Morgen Solch Gefühl ist Liedes werth: Nun, so bleib' es nicht verborgen, Ström' es aus am eignen Herd!

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