Skip to content
1821

Weiblichkeit

Gustav Schwab

An dünnen Fäden lieblich aufgesaitet Hängt eine Leier unter Blumenduft. Es braust der Sturm hervor aus seiner Kluft, Der Felder mäht und mit den Eichen streitet.

Du schwache Leier, dir ist Tod bereitet, Wie magst du trotzen keck in freier Luft? Doch horch, mit bangen Klagetönen ruft Sie schon dem Sturme, der gewaltig schreitet!

Jetzt rührt er an die Saiten, voll erklingen Und voller sie; doch ist nicht Flehn ihr Laut: Ein selig Brautlied singen sie dem Winde. So weißt auch du des Mannes Sturm zu zwingen;

Wild ist sein Hauch: doch löset er gelinde In deinen Ton sich auf, du zarte Braut!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Weiblichkeit · Gustav Schwab · Poetry Cove