Skip to content
1821

Nachruf

Gustav Schwab

Nur eine laß von deinen Gaben, Verschwundne Liebe, mir zurück! Nicht deine Freuden will ich haben, Nicht dein beseligendes Glück.

O schenke nur den Schmerz mir wieder, Der so gewaltig mich durchdrang, Den tiefen Sturm der Klagelieder, Der aus der wunden Brust sich schwang!

Ich will ja nicht ein fröhlich Zeichen, Auch keinen Blick, kein freundlich Wort; Nur nicht so stille laß mich schleichen, Aus dieser Ruhe treib mich fort!

Laß deine Wehmut mich erfüllen, Flieh weit, doch zieh mein Herz dir nach! Gieb mir den Durst, der nie zu stillen, Gieb mir dein Leiden, deine Schmach!

Dein Seufzen, deine Last, dein Sehnen, Was andre nur an dir verschmähn – O gieb mir Alles, bis mir Thränen In den erstorbnen Augen stehn!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Nachruf · Gustav Schwab · Poetry Cove