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1821

Klagelied eines deutschen Dichters

Gustav Schwab

Wohl euch, so lang ihr etwas werdet, Und eure junge Kraft erprobt: Man rühmt euch, wie ihr euch geberdet, Man findet's löblich, wenn ihr tobt.

Doch weh, wenn etwas ihr geworden, Wenn ausgegoren eure Kraft; Wenn in der echten Sänger Orden Mit Ruh' und Tiefe nun ihr schafft.

O wie alsdann man euer Dichten Mit einem andern Stabe mißt, Dann will euch jeder Knabe richten, Der immer wird und niemals ist.

Dann seid ihr, wie der Sklav' in Ketten: Er thue recht – wen kümmert das? Doch nichts kann vor dem Grimm ihn retten, Wenn er nur Einmal sich vergaß.

So – schafft ihr Großes, schafft ihr Echtes? Das ist ja nur verdammte Pflicht! Doch machet Einmal nur nicht Rechtes: Das duldet, das verzeiht man nicht.

Drum seufzt, wer Stümper ist gewesen, Und nicht mehr ist: o wär' ich's noch! Dann würde mich mein Deutschland lesen, Und die Kritik, sie riefe: Hoch!

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