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1821

Die versunkene Burg 1 Fußnoten

Gustav Schwab

Der du wundervoll gesungen Von der meerversenkten Stadt, Daß herauf zu uns geklungen Sie mit allen Glocken hat:

Heute möcht' ich dir bereiten Lohn für deinen schönsten Sang, Mit dir auf den Wellen gleiten Sanft den Wallensee entlang.

Dir das schöne Wunder zeigen, Das dem Blick sich hier enthüllt, Nun ein Bild aus deinem Reigen Sich mit Lieblichkeit erfüllt. –

Wo die Linth als Lindwurm hauste, Und bald über grüne Saat Mit dem Wellenleibe brauste, Bald in träge Sümpfe trat,

Ist das Hirtenvolk geschäftig, Baut an Dämmen und Kanal, Schwingt den Sehnenarm so kräftig, Bis die Schlange wird zum Aal.

Und so schlüpft der Fluß bezwungen Aus dem Becken willig fort, Auch der See, ihm nachgedrungen, Senkt sich an der Mündung dort.

Doch, wie sich die Fluten legen, Was enthüllt die Tiefe nur? Mauern steigen uns entgegen Und ergrauter Thürme Spur.

Zack'ge Zinnen, Gothenfenster Und ein spitzgewölbtes Thor – Springen Nixen und Gespenster Nicht im Harnisch bald hervor?

Eine Burg ist's, die zerfallen Hier Jahrhunderte verträumt, Die der alte, grüne Wallen Mit den Wellen überschäumt.

Aus erlogener Vernichtung Steht die auferstandne hier: Dichter, freu dich deiner Dichtung, Diese Burg gehört ja dir!

Wie sie schmuck und heiter lächelt, Von den Wellen reingespült! Wie der Seewind sie umfächelt, Die besonnten Mauern kühlt!

Diese Burg hast du ersungen, Nimm sie an aus Sängerhand, Laß uns einziehn, armumschlungen, Laß uns singen liedentbrannt.

Laß uns eins zusammen bechern, In dem Rittersaal geschwind! Bis uns einfällt, trotz'gen Zechern, Daß wir ew'ge Feinde sind.

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