Skip to content
1821

An Aglae

Gustav Schwab

Wie sahn wir blühen dich vor wenig Wochen, Holdselig lächelnd unter deinen Kleinen Wie eine Rose zwischen Knospen scheinen, Die deine Schönheit vielfach ausgesprochen.

Jetzt hat der eitle Schimmer dich bestochen, Dich abgerissen von dem Kranz der Deinen, Die Welt, die lose Dirne, mußt' erscheinen Und hat die schöne Blume sich gebrochen.

Durchzittert dich nicht je und je ein Schaudern? Los bist du von der Wurzel, von den Zweigen, Und wirst verwelken am gemeinen Busen! So flüstern hinter dir die keuschen Musen;

Du kehrst dich ab und eilest nach dem Reigen: „Was wollen diese Mägde mit mir plaudern?“

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
An Aglae · Gustav Schwab · Poetry Cove