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1821

1. Der Stein in Ketten

Gustav Schwab

In die nackten Jurarippen, Zwischen Felsgeklüft und Klippen, Hängt ein Steinblock eingekeilt, Unter dem mit Lustentsetzen

Und mit schaurigem Ergetzen Auch der schnellste Wandrer weilt. O wie wirst du erst erstaunen, Lässest du ins Ohr dir raunen,

Was dem Hirten wird vertraut, Der mit aufgeschlossnem Blicke Die Dämonen der Geschicke In Gebirg und Thälern schaut.

Frage nach dem Block nur diesen, Sieh da zeigt er dir den Riesen, Der das Thal querüber liegt, Und an schweren Eisenketten –

Einst damit das Land zu retten – Jenen Stein in Lüften wiegt. Wenn es je dem Feind gefiele Ueber diese Schweizerdiele

Einzuschreiten in das Land, Wird auf ihn in diesem Thale, Hundertfachem Donnerstrale Gleich, der Felsenblock gesandt.

Siehst du nicht durch's Buchendunkel Blauer Augen Glutgefunkel Und das wolkenweiße Haar? Hörst du, wie der Wald erschauert,

Wenn er – sonst nur hingekauert – Plötzlich auflauscht nach Gefahr? Geh' zur Heimat und erzähle Deinem Volk bis in die Seele,

Was dein Auge hier gewahrt: Wie der Geist der Freiheit droben Seine Schleuder hält gehoben, Für den rechten Wurf sie spart.

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