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1821

1.

Gustav Schwab

Eilf Jahre sind's, du wardst geboren, Du süßer Spätling, jüngster Sohn! Der Eltern Blick, in dich verloren, Las eine goldne Zukunft schon.

So freudig blühten deine Wangen, So üppig wuchs dein gelbes Haar; Ein Lebensstrom floß ausgegangen Von deinem hellen Augenpaar.

Wohl nahm die Scheere jene Locken, Das Knabenantlitz trat hervor. Und, ernstes Schulkind, streng und trocken, Standst du vor der Erkenntniß Thor.

Bald aber ward der Trieb zum Spiele, Dein Geistchen flog durch Raum und Zeit, Die junge Hand zwang mit dem Kiele Der Römersprache Herbigkeit.

Durch die gewölbte Stirne zogen Schon die Gedanken aus und ein, Doch kindliche Gebete flogen Noch von den Lippen, zweifelsrein.

Du grüntest, stark an Leib und Seele, Du Mutterwonne, Vaterstolz, Geschwisterlust, recht ohne Fehle, Du, Bäumchen, hinter ältrem Holz.

Froh sang ich: „Jüngster Knabe, funkle Mich keck mit schwarzen Augen an; Wie auch das Erdenleben dunkle, Doch bricht sich solch ein Stral die Bahn!“

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