Die Winde sausen
Am Tannenhang,
Die Quellen brausen
Das Thal entlang;
Ich wandr' in Eile
Durch Wald und Schnee,
Wohl manche Meile
Von Höh zu Höh.
Und will das Leben
Im freyen Thal
Sich auch schon heben
Zum Sonnenstrahl;
Ich muß vorüber
Mit wildem Sinn
Und blicke lieber
Zum Winter hin.
Auf grünen Haiden,
Auf bunten Au'n,
Müßt' ich mein Leiden
Nur immer schaun,
Daß selbst am Steine
Das Leben sprießt,
Und ach! nur Eine
Ihr Herz verschließt.
O Liebe, Liebe,
O Mayenhauch!
Du drängst die Triebe
Aus Baum und Strauch;
Die Vögel singen
Auf grünen Höhn;
Die Quellen springen
Bey deinem Wehn!
Mich läßt du schweifen
Im dunkeln Wahn
Durch Windespfeifen
Auf rauher Bahn.
O Frühlingsschimmer,
O Blürhenschein,
Soll ich denn nimmer
Mich dein erfreun?