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1803

Nachtgruß

Ernst Schulze

An dem duftigen Hügel da wandl' ich so gern, Von süßem Verlangen getrieben; Dort blinkt mir fern Durch die nächtlichen Schatten ein freundlicher Stern

Aus dem stillen Gemache der Lieben. Die schimmernden Blüthen du zählest sie nicht, Mit welchen die Nacht sich bekränzet: Doch nimmer bricht

Durch die fliehenden Wolken ein holderes Licht, Als dort aus der Tiefe mir glänzet. O schlummre du süß bis des Himmels Saum Sich schmückt mit dem Rosengewebe,

Und weich wie Flaum Umgaukle die Wangen ein freundlicher Traum, Daß den Engel ein Engel umschwebe. Mich treibt es hinaus durch die dämmernde Nacht

Auf dem Pfade der Geister zu ziehen; Wo Liebesmacht Mit der ewigen Flamm' in dem Busen wacht, Kann Blümlein Ruhe nicht blühen.

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