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1803

2.

Ernst Schulze

Ach, wie sind so manche Glossen Auf dies Thema schon gemacht! Doch der Liebe nur zum Possen Scheinen sie mir ausgedacht.

Dem Verstande nicht zu fröhnen, Klingeln sie in Tönen fort, Und von keiner gilt das Wort: Süße Liebe denkt in Tönen.

Wer am Blick der Liebsten hängt, Wird die Wahrheit besser inne; Nichts ist, was er nicht erdenkt, Daß er ihre Hand gewinne.

Nur wenn jeder Hoffnungsstern Ihm erlischt in dunkeln Räumen, Kann er schweigen nur und träumen, Denn Gedanken stehn zu fern.

Ach, dies mußt' ich längst erfahren! Dient' ich um den süßen Sold Treu ihr auch seit manchen Jahren, Nimmer ward ihr Herz mir hold.

In des Wohllauts Reich zu wohnen, Freut sie sich, dem Leben fern. Ahnen, träumen, lieben, lohnen Nur in Tönen mag sie gern.

Doch versteht ihr holdes Lied Mächtig auch das Herz zu binden. Der kann nie die Kunst ergründen, Wer das warme Leben flieht.

Nur dem irdisch süßen Sehnen Knüpft das himmlische sich an, Und die reiche Liebe kann Alles, was sie will, verschönen.

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