Skip to content
1803

2.

Ernst Schulze

Wir Blümlein keimen, dumpf und dicht, Von Wald und Thal umgeben: Doch eh der Kelch die Hülle bricht, Schaut hoffnungsvoll zum goldnen Licht

Die Knosp' und grüßt das junge Leben; Und fern dahin Geht unser Sinn, Wir möchten zum Himmel uns heben.

Die Bien' entsummt, das Vöglein flieht Mit fröhlichem Gefieder: Uns hält das irdische Gebiet, Und wenn der frische Kelch entblüht,

So senkt er trauernd sich hernieder; Der Duft verrinnt Im Frühlingswind Und kehret uns nimmer wieder.

Drum laß zu deinem Sonnenschein, Du zartes Bild, uns fliehen; Du bist so klar, so mild, so rein, Du pflegst uns arme Kindelein

Gewiß mit freundlichem Bemühen; An Liebesbrust Lebt sich's mit Lust, Da ist es so süß zu verblühen!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
2. · Ernst Schulze · Poetry Cove