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1782

Warnung an die Mädels

Christian Friedrich Daniel Schubart

Es sah ein Mädel jung und zart Einst einen Offizier. Das Port d'Epee, die Achselschnur Und seine modische Frisur

Behagte trefflich ihr. Willst mich? so fragt der Offizier Das Mädel; husch: Ich will! Drauf war das Pärlein wohlgemuth,

Auch ging's dem Weiblein anfangs gut, Sie hatte Hüll' und Füll'. So lang der Krieger fechten kann, Hält man ihn lieb und werth;

Doch wenn ihm Jugendkraft gebricht, So wird des Fürsten Angesicht Gar bald von ihm gekehrt. Taratara! ins Feld! ins Feld!

Das arme Weiblein schreit; Denn bald Kartätschenfeuer kam Und schoß ihr liebes Männchen lahm, Bei aller Tapferkeit.

Da lag der lahme Krieger da, Ihn heilte keine Kur; Er hinkte nun am Krückenstab; Der Fürst ihm seinen Abschied gab,

Jedoch in Gnaden nur. Das arme Pärchen wandert nun Auf Bettelfuhren fort. Doch endlich ging der lahme Held

Von einem Strohsack aus der Welt Und kam an bessern Ort. Da jammert nun das arme Weib Auf seinem Grab und spricht:

„Ihr Mädels, alles in der Welt, Nehmt Männer, wie es euch gefällt, Nur einen Kriegsmann nicht!“

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