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1776

Schlittenlied

Christian Friedrich Daniel Schubart

Schon wiehert der Schimmel Sein muthig Geschrei; Er stampft; denn es glitten Geflügelte Schlitten

Am Stalle vorbei. Was wichsest du Kutscher Den Schnurrbart? – Spann' an! Und schirre den Schimmel;

Denn schön ist der Himmel Und prächtig die Bahn. Hop! heisa! Wie fliegt schon Der Schlitten dahin!

In sausender Eile Wie zischende Pfeile, So fliegt er dahin. Schon hängt an der Mähne

Ein silberner Duft; Der Himmel ist heiter, Die Seele wird weiter Und schwimmt in der Luft.

Harmonische Glocken Ertönen wie schön! Welch himmlische Klänge, Wie Vogelgesänge,

Wie Flötengetön! Es schüttelt der Schimmel Der Schellen Musik; Kling, ling, ling, wir lassen

Geglättete Straßen Im Fluge zurück. Dort zittert im Froste Ein weibischer Thor,

Ein menschliches Häschen, Der's weidliche Näschen Beinahe verlor. Doch laßt es dort zittern,

Das Männchen von Brei! Es klatsche die Peitsche, Wir rollen als Deutsche Im Fluge vorbei.

Schon sprudelt die Flasche Vom rheinischen Most; Trinkt, fröhliche Brüder, Wein, Mädchen und Lieder

Verjagen den Frost.

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Schlittenlied · Christian Friedrich Daniel Schubart · Poetry Cove