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1783

Ihr Fest

Christian Friedrich Daniel Schubart

O Regina, wenn deine Zephyrhände, Wie Engelflügel den Rosenbusch, Fächeln die Tasten Deines goldnen Saitenspiels;

Wenn dann Harmonia, die Göttin, Neben dir schwebt, und mit dem Schlage Der Flügel, deines Saitenspiels Gedanken beseelt; deine Töne weckt und auftrinkt;

So steh' des Gefangnen Bild vor deiner Seele, Wie er ächzt im Kerkergeklüft, Und am Tage deines Werdens Für dich betet, daß die Stirn' ihm glüht,

Daß Funken der Liebe dem Aug' entsprühn Und der Andacht Zähr' im Staube perlt. Laß sie leben! so seufzt er, der Einsame! Laß sie leben, Erbarmer! Guter!

Gib ihr der Freuden viel! Nur wenige Tropfen laß sie schlürfen Aus dem Becher der Leiden! Ach! nur wenige Tropfen,

Von deiner Gnade durchsüßt! Und spät, o spät erst, du Schaffer und Tödter! Gib ihr den Kuß der innigsten Liebe, Daß ihre Seele – dein Meisterstück –

Im Entzücken vom Leibe sich trennt!

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