Sage selbst, o Göttin Harmonie,
Was die Wahrheit fodert,
Daß die Flamme des Genie
Ihm im Busen lodert;
Daß Er, dir und der Natur getreu,
Zaubereien töne,
Daß Er in der Mitte sei
Deiner großen Söhne.
Wenn Jomelli, wie ein Göttersohn,
Dem Gefühl gebietet;
Wenn Galuppi-Arion
Melodien wüthet;
Und wenn Hasse, wie der Thrazier,
In die Goldharf' rauschet,
Daß den großen Zauberer
Mensch und Thier belauschet:
O so sing's im hohen Sphärenton
Feuriger und schneller,
Nenne deinen vierten Sohn,
Deinen Liebling Deller!
Den dein Arm im mütterlichen Spiel
Oft melodisch wiegte,
Der sich immer voll Gefühl
Horchend an dich schmiegte;
Der von deinem ewigen Concert
Mächtiger durchdrungen –
Was er still von Dir gehört
Lauter nachgesungen;
Der dem Tanze eine Sprache leiht;
Den Thalia schätzet,
Der durch Ernst und Fröhlichkeit
Bessert und ergötzet;
Der mit goldnen Seilen den Affekt
Auch im Sturme lenket,
Und den starren Hörer weckt,
Daß er fühlt und denket.
Der im Herzen lauter Wohllaut ist –
Kann ein Herz mißtönen,
Das von dir gestimmet ist
Zum Gefühl des Schönen? –