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1776

Deutscher Undank

Christian Friedrich Daniel Schubart

Sage selbst, o Göttin Harmonie, Was die Wahrheit fodert, Daß die Flamme des Genie Ihm im Busen lodert;

Daß Er, dir und der Natur getreu, Zaubereien töne, Daß Er in der Mitte sei Deiner großen Söhne.

Wenn Jomelli, wie ein Göttersohn, Dem Gefühl gebietet; Wenn Galuppi-Arion Melodien wüthet;

Und wenn Hasse, wie der Thrazier, In die Goldharf' rauschet, Daß den großen Zauberer Mensch und Thier belauschet:

O so sing's im hohen Sphärenton Feuriger und schneller, Nenne deinen vierten Sohn, Deinen Liebling Deller!

Den dein Arm im mütterlichen Spiel Oft melodisch wiegte, Der sich immer voll Gefühl Horchend an dich schmiegte;

Der von deinem ewigen Concert Mächtiger durchdrungen – Was er still von Dir gehört Lauter nachgesungen;

Der dem Tanze eine Sprache leiht; Den Thalia schätzet, Der durch Ernst und Fröhlichkeit Bessert und ergötzet;

Der mit goldnen Seilen den Affekt Auch im Sturme lenket, Und den starren Hörer weckt, Daß er fühlt und denket.

Der im Herzen lauter Wohllaut ist – Kann ein Herz mißtönen, Das von dir gestimmet ist Zum Gefühl des Schönen? –

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