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1788

Das Bild der Religion

Christian Friedrich Daniel Schubart

O sprich! wer bist du? – des großen Vaters Wahre Tochter, die Religion! – Warum ein zerrissenes Bettlergewand? – Der Erde Güter veracht' ich! –

Und dieses Buch, das deine Blicke verschlingen? Ist meines Vaters heiliges Gesetz! – Warum den keuschen Busen unverhüllt? – Der offnen Einfalt Freundin liebt es so! –

Warum auf ein Kreuz dich lehnend? – Das Kreuz Schafft mir die gewünschteste Ruhe. – Warum geflügelt? – Die Kinder des Staubs Flug über die Sterne zu lehren! –

Warum so strahlend? – Die täuschende Nacht Der Menschenseelen zu bannen! – Warum ein Zaum in deiner Linken? – Damit Des Herzens Störrigkeit zu bändigen. –

Und deiner Füße Schemel, warum der Tod? – Ich bin des Todes Tod, das Leben.

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